Kreisarchiv erschließt Bürgermeisterakten des Altlandkreises Freudenstadt
Neue Quellen zur kommunalen Geschichte zugänglich
Nachdem im vergangenen Herbst bereits der Bestand zu den Bürgermeistern und Schultheißen des Altlandkreises Horb erschlossen werden konnte, hat das Kreisarchiv Freudenstadt nun auch den entsprechenden Quellenbestand für den alten Landkreis Freudenstadt bis zur Kreisreform von 1972 systematisch aufgearbeitet. Die Unterlagen mit einer Laufzeit von 1856 bis 2010 dokumentieren die Amtsführung und Lebenswege zahlreicher kommunaler Amtsträger aus der Region und stehen der Forschung ab sofort zur Verfügung.
Der neu erschlossene Bestand umfasst Einzelakten zu Bürgermeistern aus den Gemeinden des ehemaligen Landkreises Freudenstadt. Damit liegt nun – ergänzend zum Horber Bestand – eine weitere geschlossene Überlieferung zur kommunalen Führungsschicht im Kreisgebiet über mehr als ein Jahrhundert hinweg vor. Die Akten reichen von der Zeit des Königreichs Württemberg über Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus bis in die Bundesrepublik und bilden so die politischen und administrativen Umbrüche auf lokaler Ebene eindrucksvoll ab.
In den Akten finden sich unter anderem Personalunterlagen, Lebensläufe, dienstliche Korrespondenzen sowie Materialien zu Wahlen, Amtsführung und lokalen Konflikten. Sie geben Einblicke in den Verwaltungsalltag der Gemeinden ebenso wie in politische Zäsuren und strukturelle Veränderungen über mehrere Generationen hinweg.
Erarbeitet wurde der Bestand unter Anleitung von Kreisarchivar Dr. Louis-David Finkeldei mit Unterstützung der Auszubildenden Jasmin Heidt und Annika Münderlein, die die Unterlagen gesichtet, geordnet und verzeichnet haben. Dabei waren sie auch mit zahlreichen handschriftlichen Quellen in Sütterlin-Schrift konfrontiert, deren Auswertung ein hohes Maß an Geduld und Genauigkeit erfordert und heute keineswegs selbstverständlich ist. Die beiden Auszubildenden sind an dieser Aufgabe sichtbar über sich hinausgewachsen und haben mit großem Engagement dazu beigetragen, einen bislang nur schwer zugänglichen Quellenkomplex für die historische Forschung und die Heimatkunde nutzbar zu machen.
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